Bei der Suche nach Spuren nach der vergessenen Eisenbahnstrecke nach Sankt Stephan haben Manfred Alvarez Hernandez und ich noch eine weitere kleine Entdeckung gemacht: Einen Hinweis auf einen historischen Vorläufer der sogenannten „Leberflecken“, die Verkehrsinseln im Verlauf der Wilhelm-Leuschner-Straße in Griesheim.
Schlagwort: Verkehr
Auf der Höhe der Zeit?
Eine Meinung.
Die HEAG hat eine technische Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Straßenbahn im westlichen Griesheim erstellt. Diese wurde letzte Woche im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität des Griesheimer Stadtparlamentes öffentlich vorgestellt. Das Ergebnis ist positiv – eine Verlängerung ist machbar. In einem zweiten Schritt müsste man nun den wirtschaftlichen Nutzen untersuchen. Ich halte dieses Ergebnis für gut, ein verbessertes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr ist notwendig, um Griesheim zukunftsfähig zu halten. Wenn man den ebenfalls letzte Woche gehaltenen Vortrag im Rathaus von Prof. Werrer über „Nachhaltige Stadtquartiere“ ernst nimmt, ist die Abkehr von der einseitigen Bevorzugung des Autos gegenüber anderen Möglichkeiten der Mobilität nicht nur eine Spinnerei, sondern unerlässlich. In vielen anderen Regionen dieser Welt ist das übrigens längst Standard.
Leider erfordert es viel mehr, als einen einzigen Vortrag eines Fachmannes, um diejenigen zu überzeugen, die am Althergebrachten festhalten wollen und die Zeichen der Zeit nicht erkennen. Der Kommentar „Straßenbahn zum Flechsgraben“ im Griesheimer Anzeiger vom 10.3.18, der sich unter der Verwendung von meiner Ansicht nach nicht richtigen Argumenten kritisch zur Straßenbahnverlängerung äußert, zeigt dies ganz eindrücklich.
Brücken bauen
Ein Fahrrad-Highway von Griesheim nach Darmstadt
Griesheim mit fast 30.000 Einwohnern und Darmstadt mit über 150.000 Einwohnern sind direkte Nachbarstädte. Trotzdem sind die sie nicht gut miteinander vernetzt. Die beiden Autobahnen, die zwischen den Städten liegen, wirken wie eine Mauer. Dabei wird der direkte Verkehr zwischen den beiden Orten hauptsächlich über eine einzige Brücke im Zuge der B26 abgewickelt.
Gerade im Hinblick auf das immer noch andauernde Wachstum beider Städte wird es aber in Zukunft mehr Verkehr geben. Als Autofahrer ist es meist kein Problem, einen Umweg in Kauf zu nehmen. Um aber den steigenden Verkehr auf umweltfreundlichere Alternativen umzuleiten, muss man zum Beispiel beim Radverkehr auch über zusätzliche, direktere Verbindungen nachdenken.
Das doppelte Brückchen
Eine der landschaftlich interessantesten Stellen in der Griesheimer Umgebung ist die Gegend um die „Hohe Brücke“. Sie liegt nordwestlich der Stadt, ziemlich genau an der Stelle, an der sich die Gemarkungen der drei Städte Groß-Gerau, Riedstadt und Griesheim treffen. In dichten Wäldern, an Kanälen, neben Feuchtgebieten, auf Wiesen und Feldern ist man dort gefühlt fernab der Zivilisation. Im wahrsten Sinne des Wortes sagen sich dort Fuchs und Hase Gute Nacht. Die Hohe Brücke selbst ist ein Baudenkmal aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich war sie nicht das einzige Bauwerk in der Gegend, sie hatte eine Schwester: eine zweite Brücke stand wenige Meter weiter nördlich.
Auf Schienen über den Rhein
Griesheim ist an das Schienennetz der Darmstädter Straßenbahn angeschlossen. Diese bietet aber ausschließlich Fahrten in Richtung Osten an, zumindest außerhalb von Streikzeiten. In Richtung Westen gibt es vier Buslinien, sie fahren z.B. nach Gernsheim, nach Riedstadt, nach Groß-Gerau oder nach Rüsselsheim. Über den Rhein führt keine von ihnen. Man kann lediglich von einer Haltestelle in Geinsheim oder in Gernsheim eine Rheinfähre zu Fuß erreichen – einen ordentlichen Fußmarsch voraus gesetzt. Dabei war vor mehr als 100 Jahren sogar eine Schienenverbindung von Griesheim nach Rheinhessen im Gespräch.
Die vergessene Eisenbahnstrecke nach St. Stephan
Das Griesheimer Stadtgebiet wurde einst von drei voneinander unabhängige Bahnstrecken erschlossen. Von ihnen ist bis heute nur noch die schmalspurige Straßenbahnstrecke erhalten. Anfang der 1990er Jahre wurden im Norden der Stadt der Rest der einstigen normalspurigen Bahnstrecke von Darmstadt über Griesheim nach Worms abgebaut.
Dass es aber noch eine dritte Eisenbahntrasse nach Griesheim gab, ist dagegen in Vergessenheit geraten.
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B 26
Die Wilhelm-Leuschner-Straße wird von den Griesheimern auch „Hauptstroß“ oder „Chaussee“ genannt. In diesen beiden Bezeichnungen spiegeln sich die wichtigen Funktionen der Straße für die Zwiebelstadt wider. Zum einen bildet sie die heutige Griesheimer Innenstadt. Zum anderen ist sie aber eine wichtige Verkehrsverbindung mit entsprechender Belastung. Offiziell ist sie sogar eine Bundesfernstraße – genau gesagt die Bundesstraße 26. Doch wohin führt sie eigentlich?
Jede Menge Bahnen
Dritter Teil des Griesheim-Erklär-Comics
Griesheim ist eine ausgeprochene Straßenbahnstadt. Die meist orange-weiß-blauen Bahnen prägen das Bild der Stadt, stellen eine Verbindung im Sieben-Minuten-Takt nach Darmstadt und zu dessen Hauptbahnhof her. Für viele Zugezogene war die Bahn dabei ein wichtiges Kriterium für die Wahl Griesheims als ihren Wohnort.
Die meterspurige elektrische Straßenbahn ist derzeit das einzige schienengebundene Verkehrsmittel in der Stadt. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber: Es gab in Griesheim nicht nur eine, sondern viele verschiedene Bahnsysteme bzw. Strecken. Und ein Blick in die Zukunft zeigt: Es wird womöglich ein weiteres System hinzukommen.
90 Jahre Straßenbahn in der Innenstadt
Als am 12.10.1926 die elektrische Straßenbahn ihren Dienst aufnahm endete sie, wie Ihre Vorgängerin, die Dampfstraßenbahn, zunächst am damals östlichen Ortsrand, am Georg-Schüler-Platz.
Im Norden viel Neues!
Was kann man denn nun mit einem Zweiten Nordring und einer Griesheimer Stadtbahn so anfangen?
Vielerorts würde man Griesheim beneiden. Denn zahlreiche Landstriche kämpfen gegen Abwanderung, Wohlstandsverlust und fehlende Infrastrukturen. In der Zwiebelstadt kennt man diese Probleme nicht wirklich. Griesheim steht eigentlich schon ganz gut da. Und es gibt sogar diverse Chancen zur Weiterentwicklung.
Wie wäre es zum Beispiel mit einem perfekten Gewerbegebiet mit angeschlossenem Stadion?
