Landkarten verraten eine ganze Menge über den Charakter und das Aussehen eines Ortes. Michel Houellebecq hat das in seinem Roman „Karte und Gebiet“ viel besser als ich zum Ausdruck gebracht: „Diese Karte war geradezu erhaben; bis ins Innerste aufgewühlt begann er vor dem Verkaufsständer zu zittern. Noch nie hatte er etwas so Herrliches gesehen, das so reich an Emotionen und Sinn war wie diese Michelin-Karte der Departements Creuse und Haute-Vienne im Maßstab 1:150.000. Die Quintessenz der Moderne, der wissenschaftlichen und technischen Erfassung der Welt, war hier mit der Quintessenz animalischen Lebens verschmolzen. Die grafische Darstellung war komplex und schön, von absoluter Klarheit, und verwendete nur eine begrenzte Palette von Farben. Aber in jedem Örtchen, jedem Dorf, das seiner Größe entsprechend dargestellt war, spürte man das Herzklopfen, den Ruf Dutzender Menschenleben, Dutzender, Hunderter Seelen – von denen die einen zur Verdammnis, die anderen zum ewigen Leben berufen waren.“
Neben dem Kartenbild sind es aber beispielsweise alleine schon die eingetragenen Straßennamen, die eine ganze Menge über die Geschichte eines Ortes verraten.

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Wenn es in Griesheim einen Platz Bar-le-Duc gibt, muß es natürlich auch ein Gegenstück geben: Voilà, les Terrasses de Griesheim.
Die gleichen Sitzmöbel finden sich übrigens auch im ältesten Teil der Stadt Bar-le-Duc, in Bar-la-Ville auf der rechten Seite des Flusses Ornain. Über römischen Spuren erhebt sich hier die Kirche Notre-Dame, die lange Zeit die einzige Pfarrkirche der Stadt war. Daneben steht das Touristenbüro. Und dazwischen kann man sitzen wie in Griesheim, bzw. richtiger: in Griesheim kann man sitzen wie in Frankreich.