Kleine Chronik des Griesheimer Sandes

Zur Zeit findet der Bürgerbeteiligungsprozess zur Entwicklung der Konversionsflächen statt. Dabei geht es um die Umwandlung ehemaliger Militärflächen im Griesheimer Südosten (nördlich des Flugplatzes) in ein zukunftsorientiertes Quartier mit bezahlbarem Wohnraum.

Im Folgenden möchte ich Ihnen eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschichte des Geländes zeigen. In Kürze werden weitere Artikel folgen, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.

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Straßennamen

Landkarten verraten eine ganze Menge über den Charakter und das Aussehen eines Ortes. Michel Houellebecq hat das in seinem Roman „Karte und Gebiet“ viel besser als ich zum Ausdruck gebracht: „Diese Karte war geradezu erhaben; bis ins Innerste aufgewühlt begann er vor dem Verkaufsständer zu zittern. Noch nie hatte er etwas so Herrliches gesehen, das so reich an Emotionen und Sinn war wie diese Michelin-Karte der Departements Creuse und Haute-Vienne im Maßstab 1:150.000. Die Quintessenz der Moderne, der wissenschaftlichen und technischen Erfassung der Welt, war hier mit der Quintessenz animalischen Lebens verschmolzen. Die grafische Darstellung war komplex und schön, von absoluter Klarheit, und verwendete nur eine begrenzte Palette von Farben. Aber in jedem Örtchen, jedem Dorf, das seiner Größe entsprechend dargestellt war, spürte man das Herzklopfen, den Ruf Dutzender Menschenleben, Dutzender, Hunderter Seelen – von denen die einen zur Verdammnis, die anderen zum ewigen Leben berufen waren.

Neben dem Kartenbild sind es aber beispielsweise alleine schon die eingetragenen Straßennamen, die eine ganze Menge über die Geschichte eines Ortes verraten.

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Historische Leberflecken

Bei der Suche nach Spuren nach der vergessenen Eisenbahnstrecke nach Sankt Stephan haben Manfred Alvarez Hernandez und ich noch eine weitere kleine Entdeckung gemacht: Einen Hinweis auf einen historischen Vorläufer der sogenannten „Leberflecken“, die Verkehrsinseln im Verlauf der Wilhelm-Leuschner-Straße in Griesheim.

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Wie ist das Ried entstanden?

Ried bei GoddelauDen ersten Teil der Geschichte der Landschaft um Griesheim haben wir ja schon gehört. Aber das Ganze endete bis jetzt mit jeder Menge Sand und Kies. Aber woher kommt dann die ganze feuchte Brapsche, die sich wie Beton um die Fahrradreifen legt, wenn man an der falschen Stelle im Ried den Weg verlässt?

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Sicheldünen und Parabeldünen

Dünen in ihrer ursprünglichen Form gibt es in Griesheim eigentlich nicht mehr. Die in den „Griesheimer Dünen“ sichtbaren Erhebungen sind eher durch die jahrelangen Granateinschläge während der Nutzung des Bereiches als militärischer Schießplatz geformt worden. Der Mensch hat die Natur auch durch Bebauung oder die Landwirtschaft stark verändert, aber auch die Natur selbst hat die Dünen nicht in ihrer ursprünglichen Form belassen. Aber wie war sie denn, die ursprüngliche Form?
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Wo kommt eigentlich der ganze Sand her?

Griesheim ist buchstäblich auf Sand gebaut. Bis auf die Bereiche westlich der Pfützenstraße und der Oberndorferstraße, die dem hessischen Ried zuzuordnen sind, liegt die Stadt in einer Landschaft, die ehemals von Sanddünen geprägt war (und außerhalb des Stadtgebietes auch noch ist). Aber wo kommt der ganze Sand eigentlich her?

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Viele Griesheims

Griesheim-sur-Souffel
Griesheim-sur-Souffel

Viele Griesheimer werden auch das kennen: Auswärtige (und leider auch der ein oder andere Griesheimer selbst) bezeichnen unser Griesheim als Darmstadt-Griesheim. Das geht nun wirklich gar nicht! Meist will man eine Verwechslung mit Frankfurt-Griesheim vermeiden (daß allerdings tatsächlich Stadtteil des großen Nachbarn geworden ist). Ein bißchen besser ist die Bezeichnung als Griesheim bei Darmstadt (so hieß der Ort übrigens auch im Eisenbahndeutsch als es noch einen Bahnhof gab). Ganz nett, aber leider nicht hilfreich ist das bei der Post übliche „Griesheim Hess“, also Griesheim in Hessen, da ja das oben erwähnte Frankfurt-Griesheim seit 1946 auch zu Hessen und nicht mehr wie ganz Frankfurt zu Preußen gehört.
Gibt es denn eigentlich noch mehr Griesheims, mit denen Verwechslung droht?

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Zwei Landschaften – Zwei Ausflugstipps

In den Griesheimer Dünen
In den Griesheimer Dünen

Die Gemarkung von Griesheim gehört zu zwei Landschaften. Glauben Sie nicht? Ist aber so, auch wenn es tatsächlich nur sehr schwer zu erkennen ist, weil sie sich erst einmal optisch nicht so stark unterscheiden wie Berg und Tal. Zwei Landschaften – Zwei Ausflugstipps weiterlesen

Das doppelte Brückchen

Eine der landschaftlich interessantesten Stellen in der Griesheimer Umgebung ist die Gegend um die „Hohe Brücke“. Sie liegt nordwestlich der Stadt, ziemlich genau an der Stelle, an der sich die Gemarkungen der drei Städte Groß-Gerau, Riedstadt und Griesheim treffen. In dichten Wäldern, an Kanälen, neben Feuchtgebieten, auf Wiesen und Feldern ist man dort gefühlt fernab der Zivilisation. Im wahrsten Sinne des Wortes sagen sich dort Fuchs und Hase  Gute Nacht. Die Hohe Brücke selbst ist ein Baudenkmal aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich war sie nicht das einzige Bauwerk in der Gegend, sie hatte eine Schwester: eine zweite Brücke stand wenige Meter weiter nördlich.

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