Eine historische Karte aus dem Jahr 1915 zeigt uns den Zustand des damaligen Griesheimer Militärlagers. Ein Vergleich mit den heutigen Straßennamen zeigt, welche gewaltigen Ausmaße das Lager ursprünglich hatte.
Kategorie: Griesheim
(K)eine Revolution
Griesheim im Hochmittelalter, Teil 4
Schon mal etwas von der Villikation gehört? Nein? Das mag daran liegen, daß es diese seit vielen Jahrhunderten nicht mehr gibt. Und das ist wirklich gut so. Ihr Beseitigung erfolgte allerdings in keiner Revolution (da stehen die Deutschen nicht so drauf), sondern war das Ergebnis eines gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozesses, der Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte in Anspruch nahm.
Kleine Chronik des Griesheimer Sandes
Zur Zeit findet der Bürgerbeteiligungsprozess zur Entwicklung der Konversionsflächen statt. Dabei geht es um die Umwandlung ehemaliger Militärflächen im Griesheimer Südosten (nördlich des Flugplatzes) in ein zukunftsorientiertes Quartier mit bezahlbarem Wohnraum.
Im Folgenden möchte ich Ihnen eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschichte des Geländes zeigen. In Kürze werden weitere Artikel folgen, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.
Hexentanz am „Griesheimer Brunnen“ ?
Aus der traurigen Epoche der Hexenverbrennungen gibt es eine Meldung über einen „Griesheimer Brunnen“. Diese Geschichte führt uns in eine Zeit, in der viele Menschen in bitterer Armut und in heute kaum noch vorstellbaren Verhältnissen leben mussten. Gleichzeitig herrschten damals merkwürdige Vorstellungen von Moral, Schuld und Menschlichkeit vor, für viele war die reale Existenz von Zauberei und Hexen denkbar. Die Kombination aus beiden Punkten führte auch in unserer Region zur verbrecherischen Hexenverfolgung. Selbst der vermeintlich gebildete Landgraf Georg I. hatte damals kaum Probleme, selbst elfjährige Kinder verbrennen zu lassen. Nach solchen Leuten sind heute übrigens immer noch Straßen benannt, s. Landgraf-Georg-Straße in Darmstadt…
Das Bassin zwischen Griesheim und Darmstadt
Mein vorletzter Artikel über die Leberflecken hat bei Ihnen, verehrte Leser, einiges an Interesse geweckt. Über 350 mal ist der Artikel gelesen worden. Und glücklicherweise sind mir noch weitere Infos über das Bassin mit Springbrunnen, dass sich Anfang des 19. Jahrhunderts zwischen Griesheim und Darmstadt befand, zugetragen worden.
Sankt Stephan
Griesheim hat nur einen einzigen Stadtteil. Dieser trägt einen für die Region ungewöhnlichen Namen: Sankt Stephan. Benannt ist der Ortsteil nach dem ersten christlichen König von Ungarn. Wie kam diese Benennung zu Stande und wer war das eigentlich?
Um das zu klären, müssen wir Griesheim auf der Chaussee nach Osten verlassen.
Von Hunden, Hühnern und Zentgrafen
Griesheim im Hochmittelalter, Teil 3
Im Artikel zuvor haben wir ja schon von möglichen Ortsherren gehört. Aber was macht so ein Ortsherr? Wo kommt der her? Wie wohnt der so? Aber zunächst: Wie könnte der heißen?
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Bauherr für eine Burg gesucht

Griesheim im Hochmittelalter, Teil 2
Wenn wir uns fragen, ob es in Griesheim eine Burg gegeben haben könnte, dann müssen wir uns fragen, wer so etwas überhaupt gebaut haben könnte. Jeder Architekt kennt das: Ohne Bauherr keinen Bau. Aber wurden Burgen nicht von Kaisern, Königen oder wenigstens Grafen gebaut? Wurden von dort nicht Länder regiert oder wenigstens bedeutende Fernstraßen überwacht? Das gab es doch in Griesheim alles nicht…
Eine Burg in Griesheim?

Griesheim im Hochmittelalter, Teil 1
In allen Nachbarorten von Griesheim gab es Burgen: In Büttelborn, in Pfungstadt, in Eschollbrücken, in Dornberg und in Darmstadt mindestens eine. In Wolfskehlen sogar zwei. Daher stellt sich schon rein aus statistischen Gründen die Frage, ob es so etwas in Griesheim nicht auch gegeben haben könnte. Auch der Heimatforscher Karl Knapp äußert in seinem Werk „Griesheim – Von der steinzeitlichen Siedlung zur lebendigen Stadt“ die Vermutung, eine solche Burg hätte es in Griesheim gegeben. Wir wollen also mal überlegen, was dafür und was dagegen spricht.
Fangen wir mit den Gegenargumenten an. (Dann haben wir das schon mal hinter uns.)
Straßennamen
Landkarten verraten eine ganze Menge über den Charakter und das Aussehen eines Ortes. Michel Houellebecq hat das in seinem Roman „Karte und Gebiet“ viel besser als ich zum Ausdruck gebracht: „Diese Karte war geradezu erhaben; bis ins Innerste aufgewühlt begann er vor dem Verkaufsständer zu zittern. Noch nie hatte er etwas so Herrliches gesehen, das so reich an Emotionen und Sinn war wie diese Michelin-Karte der Departements Creuse und Haute-Vienne im Maßstab 1:150.000. Die Quintessenz der Moderne, der wissenschaftlichen und technischen Erfassung der Welt, war hier mit der Quintessenz animalischen Lebens verschmolzen. Die grafische Darstellung war komplex und schön, von absoluter Klarheit, und verwendete nur eine begrenzte Palette von Farben. Aber in jedem Örtchen, jedem Dorf, das seiner Größe entsprechend dargestellt war, spürte man das Herzklopfen, den Ruf Dutzender Menschenleben, Dutzender, Hunderter Seelen – von denen die einen zur Verdammnis, die anderen zum ewigen Leben berufen waren.“
Neben dem Kartenbild sind es aber beispielsweise alleine schon die eingetragenen Straßennamen, die eine ganze Menge über die Geschichte eines Ortes verraten.
