Eine historische Karte aus dem Jahr 1915 zeigt uns den Zustand des damaligen Griesheimer Militärlagers. Ein Vergleich mit den heutigen Straßennamen zeigt, welche gewaltigen Ausmaße das Lager ursprünglich hatte.
Kategorie: 20.+21. Jahrhundert
Kleine Chronik des Griesheimer Sandes
Zur Zeit findet der Bürgerbeteiligungsprozess zur Entwicklung der Konversionsflächen statt. Dabei geht es um die Umwandlung ehemaliger Militärflächen im Griesheimer Südosten (nördlich des Flugplatzes) in ein zukunftsorientiertes Quartier mit bezahlbarem Wohnraum.
Im Folgenden möchte ich Ihnen eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschichte des Geländes zeigen. In Kürze werden weitere Artikel folgen, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.
Das Bassin zwischen Griesheim und Darmstadt
Mein vorletzter Artikel über die Leberflecken hat bei Ihnen, verehrte Leser, einiges an Interesse geweckt. Über 350 mal ist der Artikel gelesen worden. Und glücklicherweise sind mir noch weitere Infos über das Bassin mit Springbrunnen, dass sich Anfang des 19. Jahrhunderts zwischen Griesheim und Darmstadt befand, zugetragen worden.
Straßennamen
Landkarten verraten eine ganze Menge über den Charakter und das Aussehen eines Ortes. Michel Houellebecq hat das in seinem Roman „Karte und Gebiet“ viel besser als ich zum Ausdruck gebracht: „Diese Karte war geradezu erhaben; bis ins Innerste aufgewühlt begann er vor dem Verkaufsständer zu zittern. Noch nie hatte er etwas so Herrliches gesehen, das so reich an Emotionen und Sinn war wie diese Michelin-Karte der Departements Creuse und Haute-Vienne im Maßstab 1:150.000. Die Quintessenz der Moderne, der wissenschaftlichen und technischen Erfassung der Welt, war hier mit der Quintessenz animalischen Lebens verschmolzen. Die grafische Darstellung war komplex und schön, von absoluter Klarheit, und verwendete nur eine begrenzte Palette von Farben. Aber in jedem Örtchen, jedem Dorf, das seiner Größe entsprechend dargestellt war, spürte man das Herzklopfen, den Ruf Dutzender Menschenleben, Dutzender, Hunderter Seelen – von denen die einen zur Verdammnis, die anderen zum ewigen Leben berufen waren.“
Neben dem Kartenbild sind es aber beispielsweise alleine schon die eingetragenen Straßennamen, die eine ganze Menge über die Geschichte eines Ortes verraten.
Weitere Infos zur Eisenbahnstrecke in die Griesheimer Militärflächen
Im vorletzen Artikel konnten Sie ja bereits etwas über die ziemlich unbekannte Eisenbahnlinie vom Darmstädter Hauptbahnhof direkt in die ehemaligen Griesheimer Militärflächen lesen. Auf der auch ansonsten sehr lesenswerten Homepage von Walter Kuhl über die ehemalige Eisenbahnstrecke von Darmstadt über Griesheim nach Worms gibt es auch zu der Griesheimer Militärbahn weitere Information: Diese finden Sie hier.
Geschichte des Platzes Bar-le-Duc

Der Platz Barl-le-Duc ist neben dem Hans-Karl-Platz, dem Georg-Schüler-Platz und dem Rathausplatz eine der großen Freiflächen der Griesheimer Innenstadt. Gleichzeitig stellt er als Endstation von den beiden Straßenbahnlinien und den drei Buslinien, die Griesheim ansteuern, den wichtigsten Punkt für den öffentlichen Nahverkehr der Stadt dar. Außerdem stellt er das Bindeglied zwischen der Innenstadt im Osten und der Altstadt im Westen und Norden des Platzes dar. Den Platz gibt es in dieser Form allerdings erst seit den 1970er Jahren.
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Kaltes Eck
Griesheims ältester Platz ist erstaunlicherweise weder der Marktplatz, noch der Platz-Bar-le-Duc. Um einiges älter ist der Zöllerplatz, das sogenannte Kalte Eck im Norden von Griesheim. Wie kommt das?
Von Erfurt nach Griesheim
Im Foyer des Griesheimer Stadtparlamentes gibt es eine Reihe von Porträtfotos, die ehemalige Bürgermeister des Ortes zeigen. Die Reihe ist nicht vollständig, sie zeigt nur Amtsinhaber aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Auch der Bürgermeister der NSDAP, der von 1938 bis 1945 im Amt war, ist aus guten Gründen nicht abgebildet, bemerkenswerterweise aber sein Vorgänger, Philipp Wilhelm Feldmann, Bürgermeister von 1930 bis 1938, der also auch während der Naziherrschaft ab 1933 amtierte.
Flugzeuge – Made in Griesheim
Der Flugzeugbau ist heute der Spitzentechnologie zuzuordnen. Die Branche ist derart komplex und spezialisiert, das es meist internationalen Großkonzernen überlassen bleibt, serienmäßig Flugzeuge herzustellen. Zu Beginn der Luftfahrtgeschichte war es aber noch möglich, so etwas quasi in der Garage zu machen. Ein schönes Beispiel war die Schreinerwerkstatt der Gebrüder Müller in Griesheim. In der 1920er Jahren wurden hier einmotorige Flugzeuge in Serie hergestellt.
Erhaltenswerte Bauten in Griesheim
Im letzten Artikel waren alle Gebäude aufgeführt, die gemäß der Denkmaltopographie von 1988 unter Denkmalschutz stehen. Aus heutiger Sicht- immerhin sind fast 30 Jahre vergangen, muss festgestellt werden – dass die dort gezeigte Liste zu ergänzen ist. Aus meiner Sicht sollten die folgenden Bauten ebenfalls für die Nachwelt gesichert werden.
(Dieser Artikel wurde am 15.02.2017 um weitere Bauten ergänzt, s. unten.)
