Kleinbahnhof wird Grünanlage

In diesen Tagen wird der Zwiebelmarkt aufgebaut, das große Stadtfest von Griesheim, das jeden September rund um und vor allem auf dem Georg-Schüler-Platz gefeiert wird. Während des Marktes reihen sich hier dicht an dicht die Buden und Zelte und die Menschen schieben einander durch das enge Gedränge. Im Rest des Jahres führt dieser Platz, obwohl mitten in der Stadt gelegen, dagegen ein beschauliches Dasein als etwas lieblos gestaltete Grünanlage ohne wirkliche Funktion. Diese Wirkung mag in der Herkunft des Platzes begründet sein. Er wurde nämlich nicht mit Absicht im Rahmen einer städtebaulichen Planung angelegt, sondern er ist eher durch Zufall entstanden.

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Alles Zugezogene

Der Bundesinnenminister hat jüngst erklärt, die Migration sei die Mutter aller Probleme. Wenn das stimmte, dann müsste Griesheim der unglücklichste Ort auf Erden sein. Denn da davon auszugehen ist, dass die Menschheit nicht im Griesheimer Stadtgebiet entstanden ist, müssen alle heutigen Einwohner oder deren Vorfahren zugezogen, also migriert sein. Viele kamen dabei nicht nur aus Nachbarorten wie Darmstadt oder gar Wolfskehlen, sondern von viel weiter her.

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„Die abenteuerlustigsten Gallier…“

Griesheim im Dekumatenland

Vor etwa 1.900 Jahren lag das Griesheimer Stadtgebiet irgendwo im nirgendwo. Einige Kilometer westlich lag das Römische Reich, das sich bis an den Rhein ausgebreitet hatte. Viel weiter östlich und nördlich lagen die Herrschaftsgebiete derjenigen Völker, die die Griechen und Römer als Germanen bezeichneten. Das Gebiet dazwischen, Dekumatenland genannt, war teilweise menschenleer, teilweise von Kelten und Germanen, aber anscheinend auch von vielen Abenteurern besiedelt.

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Störche

Nachdem die Störche aus unserer Gegend bis vor einiger Zeit fast ganz verschwunden waren, ist der Bestand wieder rasant angestiegen. Die Riedlandschaft, zu der weite Teile des Kreises Groß-Gerau, aber auch der Westen des Griesheimer Stadtgebietes gehören, bietet durch die verbesserte Umweltsituation wieder gute Bedingungen für diesen großen Vogel. Aber auch die Müllkippe bei Büttelborn ist ein nicht unerheblicher Grund für die Rückkehr des Storches. „Störche“ weiterlesen

100!

Mehr als 100 Besucher pro Tag haben im letzten Monat STADT.LAND.SAND besucht. Nachdem der Blog nun seit März 2016 online ist und Monat für Monat mehr Interesse an den Artikeln über die Griesheimer Geschichte und Architektur da zu sein scheint, wurde erstmals diese hohe Besucheranzahl erreicht. Das freut mich wirklich sehr und ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Lesern.

In der nächsten Zeit wird es mit vielen neuen und spannenden Artikeln, Bildern und Zeichnungen weitergehen!

Als der Darmbach bei Griesheim verschwand

Leicht nach Kläranlage duftend und in ein gradliniges, unnatürliches Betonkorsett eingezwängt fließt ein schmales Gewässer nördlich von Griesheim in Richtung Westen. Die Rede ist von der Landwehr, die hier, an der Gemarkungsgrenze zu Büttelborn, verläuft. Ihre Bauart, ihr Name und der Geruch zeigen es gleich: Man hat es hier nicht mit einem natürlichen Gewässer zu tun. Sucht man nach der Herkunft des Gewässers auf der Landkarte, wird man im Bereich des Gehaborner Hofes fündig. Denn bis hier heißt der Wasserlauf Darmbach.

Wieso aber wechselt der Darmbach in Griesheim seinen Namen? Ein Blick dazu in alte Landkarten zeigt noch Erstaunlicheres: Ursprünglich ist der Darmbach nördlich von Griesheim spurlos verschwunden…

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Leg Dich nicht mit Frankfurtern an

Heute vor 619 Jahren wurde Burg Tannenberg über Seeheim zerstört

Die Bergstraße südöstlich von Griesheim ist durch zahlreiche Burgen und Schlösser geprägt. Meist sind die alten Gemäuer an der Bergkante des Odenwaldes gut aus dem Tal zu sehen und genießen einen entsprechenden Bekanntheitsgrad. Das Auerbacher Schloss, die Burg Alsbach, die Starkenburg über Heppenheim oder Burg Windeck über Weinheim sind deshalb beliebte Ausflugsziele. Weniger bekannt ist, dass es ursprünglich viel mehr Burgen gab, als heute sichtbar sind. Dies liegt daran, dass viele der Wehrbauten nur kurze Zeit bewohnt waren und aufgegeben wurden, bevor ein aufwendiger Ausbau in Stein einsetzte. Andere Bauten dagegen wurden in kriegerischen Handlungen zerstört, sodass nur wenige Reste übrig blieben. Eine davon ist die Burg Tannenberg über Seeheim, nur 17 Kilometer von Griesheim entfernt.

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