Von der Stange ist nicht schlecht

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Ehemaliger Bahnhof Mainz-Bischofsheim

Im Gegenteil. Wir Architekten neigen ja dazu, für jedes Bauvorhaben die Welt neu zu erfinden um das Optimum für den Nutzer herauszuholen. Wir betrachten gerne jede Bauaufgabe als individuelles Kunstwerk. Meist machen wir das mit guten Absichten. Und sehr oft gelingt uns auch eine Lösung, mit der alle Seiten zufrieden sein können.

Manchmal ist es aber ratsam, Bekanntes zu modifizieren statt Unbekanntes zu erfinden. Die Erbauer der historischen Kathedralen haben das gewusst und so ist zum Beispiel die Gotik entstanden. Die aufeinander aufbauenden Bauvorhaben hatten also Stil. Und das ist ja auch nichts Schlechtes. Kann man bei Bahnhöfen also auch so machen…

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Machtwechsel

Burg Dornberg (Groß-Gerau) mit Ritter
Burg Dornberg (Groß-Gerau) mit Ritter

Wenn die bisherige Macht erschüttert wird oder ein Machtwechsel absehbar wird, stellt sich für die Personen aus der bisherigen zweiten Reihe die Frage, ob sie sich am Machtwechsel beteiligen (man nennt sie dann „Königsmörder“), ob sie in der Versenkung verschwinden oder ob sie rechtzeitig zur Opposition überlaufen. In Großbritannien konnte man dies heute nachmittag beobachten. Fairerweise muss man zugeben, dass der dortige Machtwechsel recht humorvoll und friedlich abgelaufen ist, typisch englisch eben.

Vor etwa 760 Jahren war dies in unserer Region ein bißchen anders…

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Berg und Tal im Flachland

oder: Dalles hat nichts mit Texas zu tun

Von den Herren von Dornberg haben wir ja schon beim letzten Mal gehört. Ihre Burg stand (bzw. steht immer noch) im gleichnamigen Groß-Gerauer Stadtteil. Dort ist es, wie im ganzen Gerauer Stadtgebiet und auch in der weiteren Umgebung ziemlich flach.

Aber wieso wird dann in alten Texten vom „Thal Dornberg“ gesprochen?

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Mit dem Bus in alle Welt, naja, zumindest ins Ried

Geschichte der Buslinien in Griesheim / Neu: Busse direkt nach Groß-Gerau oder Rüsselsheim

Das wichtigste Nahverkehrsmittel in Griesheim ist die Straßenbahn. Zwei Straßenbahnlinien bringen – tagsüber im 7,5-Minuten-Takt – tausende Fahrgäste zu Zielen in Griesheim und Darmstadt. Es gab aber bis vor kurzem drei Buslinien, die den Westen Griesheims mit Zielen im Ried verbanden. Seit Mitte 2016 ist noch eine vierte Linie hinzugekommen.

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(K)eine Revolution

revolution_vilGriesheim im Hochmittelalter, Teil 4

Schon mal etwas von der Villikation gehört? Nein? Das mag daran liegen, daß es diese seit vielen Jahrhunderten nicht mehr gibt. Und das ist wirklich gut so. Ihr Beseitigung erfolgte allerdings in keiner Revolution (da stehen die Deutschen nicht so drauf), sondern war das Ergebnis eines gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozesses, der Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte in Anspruch nahm.

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Bauherr für eine Burg gesucht

bauherr gesucht

Griesheim im Hochmittelalter, Teil 2

Wenn wir uns fragen, ob es in Griesheim eine Burg gegeben haben könnte, dann müssen wir uns fragen, wer so etwas überhaupt gebaut haben könnte. Jeder Architekt kennt das: Ohne Bauherr keinen Bau. Aber wurden Burgen nicht von Kaisern, Königen oder wenigstens Grafen gebaut? Wurden von dort nicht Länder regiert oder wenigstens bedeutende Fernstraßen überwacht? Das gab es doch in Griesheim alles nicht…

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Eine Burg in Griesheim?

Modell einer Turmhügelburg
Modell einer Turmhügelburg, erhältlich im Griesheimer Museum

Griesheim im Hochmittelalter, Teil 1

In allen Nachbarorten von Griesheim gab es Burgen: In Büttelborn, in Pfungstadt, in Eschollbrücken, in Dornberg und in Darmstadt mindestens eine. In Wolfskehlen sogar zwei. Daher stellt sich schon rein aus statistischen Gründen die Frage, ob es so etwas in Griesheim nicht auch gegeben haben könnte. Auch der Heimatforscher Karl Knapp äußert in seinem Werk „Griesheim – Von der steinzeitlichen Siedlung zur lebendigen Stadt“ die Vermutung, eine solche Burg hätte es in Griesheim gegeben. Wir wollen also mal überlegen, was dafür und was dagegen spricht.

Fangen wir mit den Gegenargumenten an. (Dann haben wir das schon mal hinter uns.)

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Römer in Griesheim

Am 14.6.2015 feiert Griesheim sein 850-jähriges Stadtjubiläum. Die Feier erinnert an die erste Erwähnung des „Dorfes Griesheim“ in einer Urkunde vom 14.6.1165, die den ältesten erhaltenen schriftlichen Beleg für die Existenz Griesheims darstellt. Archäologische Funde zeigen jedoch, daß Menschen hier schon viel früher gelebt haben.

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