Das Griesheimer Militärlager 1915

Eine historische Karte aus dem Jahr 1915 zeigt uns den Zustand des damaligen Griesheimer Militärlagers. Ein Vergleich mit den heutigen Straßennamen zeigt, welche gewaltigen Ausmaße das Lager ursprünglich hatte.

 Im Original sieht die Karte so aus:

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„Truppenübungsplatz Darmstadt Lage-Plan“ 1915, Quelle: Stadtarchiv Griesheim

Damit sie die Karte in besserer Auflösung sehen können, nutzen bitte Sie dieses PDF: Karte 1915.

Zur besseren Orientierung dient folgende Karte: Es handelt sich um die gleiche Karte, jedoch mit Eintragungen der heutigen Straßennamen (rot) und der aktuellen Konversionsfläche (grün).

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Auch diesen zweiten Plan können Sie in besserer Auflösung downloaden, und zwar über dieses PDF: Karte 1915 mit Straßennamen

Das Militärlager hatte 1915 seine größte Ausdehnung erreicht. Im Norden reichte es bis fast an die heutige Wilhelm-Leuschner-Straße, im Westen bis an die Jahnstraße bzw. Donaustraße. Im Osten erstreckte sich das Gelände bis an die heutige Autobahn nach Mannheim, die südliche Grenze war fast identisch mit der aktuellen Bebauungegrenze Griesheims.

Zentrum der Anlage war die heutige Lilienthalstraße, damals als Haupt-Lagerstraße bezeichnet. Vor allem im Abschnitt zwischen der heutigen Gutermuthstraße und der Flughafenstraße lagen die zentralen Gebäude: Offiziersgebäude, Stabsgebäude und die Kommandanturkantine auf der Nordseite der Lilienthalstraße, das Offiziersfrühstückszimmer, Besprechungsräume, weitere Offiziersbauten und die Post auf der Südseite. Diese Gebäude waren meist aus Backstein errichtet.

Westlich und nordwestlich schlossen sich Mannschaftsbaracken und Stallungen an. Diese Gebäude, die den größten Teil der Flächen einnahmen, waren eher provisorischen Charakters und aus Holz errichtet. Die jüngeren Bauten errichtete man auch aus Wellblech, die Mannschaftsbaracken drängten sich dicht nebeneinander.

Der östliche Teil des Lagers, der heute zu Darmstadt gehört, war weniger stark bebaut. Hier herrschte noch der um 1850 angelegte Kiefernwald vor, in dem, wohl aus gutem Grund mit gehörigem Abstand zu den nächsten Gebäuden, die Munitionsdepots lagen. Außerdem gab es hier ein Stabskasino, dessen Umgebung dem Karteneintrag zufolge einer kleine Parkanlage war, zumindest deutet das die Wegeführung an. Südlich dieses Bereiches lagen einige Bauten, die im Zusammenhang mit dem Flugpionier August Euler und dem von ihm begründeten Flugplatz stehen: Mehrere Hallen, eine Montagehalle und eine Fliegerkaserne.

Unabhängig von dem Hauptlager gab es westlich noch ein Kriegsgefangenenlager, dass auf dem Kartenausschnitt nicht mehr zusehen ist. An seiner Stelle liegt heute die Draustraße. Nur das zugehörige Lazarett hatte man im Bereich des südlichen Hauptlagers angelegt.

Leider sind auf dem Plan nicht alle Gebäude beschriftet, bzw. teilweise fehlt die Zeichenerklärung. Hilfsweise soll daher ein weiterer Plan des Lagers gezeigt werden, der wenige Jahre älter zu sein scheint, aber besser beschriftet ist. Auf jeden Fall stammt er aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, es fehlt das Lazarett für die Kriegsgefangenen. Da auch die Einrichtungen des Flugplatzes fehlen, muss der Plan vor 1908 gezeichnet worden sein, wesentlich älter wird er aber auch nicht sein, da die Anzahl der Gebäude schon sehr hoch ist.

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„Plan des Barackenlagers des Truppenübungsplatzes Darmstadt“ vor 1908, Quelle: Stadtarchiv Griesheim

Auch diesen Plan schauen Sie sich besser in größerer Auflösung an: PDF.

Die gesamte Chronik des Griesheimer Sandes können Sie hier nocheinmal nachlesen. Weitere Artikel zum Thema werden in Kürze folgen.

26 Gedanken zu „Das Griesheimer Militärlager 1915“

    1. Ist mir auch schon aufgefallen. Ich wollte eigentlich eine Durchzeichnung auf dem aktuellen Kataster erstellen, um den Plan lesbar zu beschriften und das ganze etwas anschaulicher zu machen. Leider ist der Plan in sich verzerrt…

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