Fisimatenten

Die zwanzigjährige Zugehörigkeit des Rheinlandes zu Frankreich, von der wir im letzten Artikel gehört haben, hat seine Spuren hinterlassen. Zum einen im kulturellen Bereich, wie man dieser Tage wieder bei der Fasnacht sehen kann, zum anderen aber auch sprachlich. Zwar hat das Deutsche gerne französische Lehnworte übernommen. Im linksrheinischen Gebiet sind diese allerdings häufiger als anderswo anzutreffen.

Ein besonders schönes Beispiel ist hier das Wort „Fisimatenten“.

Fisimatenten steht umgangssprachlich für „Dummheit“, „Blödsinn“ oder „Faxen“. Die Herkunft wird oft mit der französischen Besatzung des Rheinlandes in Verbindung gebracht. Immer wieder kam es in dieser Zeit vor, dass große französische Truppenverbände in der Gegend untergebracht wurden. Kleine Städte wie Oppenheim oder Alzey waren dabei nicht in der Lage, hierfür ausreichende Wohnquartiere zur Verfügung zu stellen. Vermutlich reichte auch der Platz in der großen Festungsstadt Mainz dafür nicht aus.

Die Soldaten lagerten daher vor den Toren der Städte in Zeltlagern. Das muß für die Bevölkerung einerseits eine große Belastung gewesen sein, schließlich hatte sie für die Verpflegung zu sorgen. Andererseits machten die Soldaten mit der fremden Sprache natürlich neugierig.

Die französischen Soldaten werden hier und da die Gelegenheit genutzt haben, junge Damen in ihre Zelte einzuladen. „Besuchen Sie mein Zelt!“, könnten sie damals gesagt haben. Aber vermutlich werden sie nicht die deutsche Sprache verwendet haben. Auf Französisch heißt das ganze dann: „Visitez ma tente!„. Vor diesem möglicherweise folgenreichen Besuch warnten daher die Mütter der jungen Damen: „Mach mir bloß keine Fisimatenten!“

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