Wie ist das Ried entstanden?

Ried bei GoddelauDen ersten Teil der Geschichte der Landschaft um Griesheim haben wir ja schon gehört. Aber das Ganze endete bis jetzt mit jeder Menge Sand und Kies. Aber woher kommt dann die ganze feuchte Brapsche, die sich wie Beton um die Fahrradreifen legt, wenn man an der falschen Stelle im Ried den Weg verlässt?

auftritt der menschAUFTRITT: DER MENSCH
Bis zum Ende der letzten Eiszeit war die Natur bei der Gestaltung der Landschaft ungestört. Dies änderte sich nun. Der Mensch, ein nackter und aufrecht gehender Nachfahre von Affen, hatte sich weiter entwickelt. Hatte er sich zuvor noch weitgehend als Teil der Natur verhalten, beginnt er nun, sich von ihr zu lösen. Er fängt an, selbst zu gestalten. Er beginnt, die Landschaft zu ändern – teils mit voller Absicht, teils unbeabsichtigt.

kuhDER MENSCH GREIFT EIN
Zu Beginn seiner Existenz war der Mensch Jäger und Sammler. Nun, nachdem sich die klimatischen Verhältnisse zu seinen Gunsten geändert hatten, wurde er seßhaft.
Er begann, Ackerbau zu betreiben. Er rodete Wälder. Er legte Felder und Gärten an.
Und er begann, Vieh zu halten. Er schuf neue Tierarten: Hund, Katze, Rinder, um nur einige zu nennen.
Am Anfang der Entwicklung siedelte der Mensch dazu in den Gebieten, die im für seine Bedürfnisse am geeignetsten erschienen. Dann erschloß er weitere Gebiete und formte sie nach seinen Bedürfnissen.

BILDUNG DER HEUTIGEN LANDSCHAFT
Das Verhalten veränderte auch die Landschaft im heutigen Oberrheintal, zunächst tatsächlich unbeabsichtigt: In den Gebirgen wurden neue Siedlungsräume erschlossen. Um dort die Viehwirtschaft  zu etablieren, wurden Wälder an den Oberläufen der Flüsse gerodet. Dadurch wurde der Boden bei Starkregen nicht mehr gehalten und über die Flüsse in die Täler geschwemmt. Die Flüsse führten nun also viel feineres Material mit sich, daß sich in Bereichen mit langsamer Fließgeschwindigkeit ablagerte und dort zu einem Hindernis wurde. Der Fluß mußte ausweichen und begann, Bögen auszubilden, er mäandrierte. Dadurch wurde die Fließgeschwindigkeit weiter abgesenkt, was zu weiteren Ablagerungen führte, die einen fruchtbaren Boden darstellten. Entlang der Flüsse entstanden Auenwälder und Wiesen und etwas abseits sehr fruchtbare Schwemmlandflächen, die nur gelegentlich überflutet wurden. Diese Flächen wurden nun als Ackerland für den Menschen interessant.
Einige der Flußarme verlandeten und wurden zu Sümpfen. Östlich an das fruchtbare und feuchte Schwemmland schloß sich weiterhin das Sanddünengebiet an, das aufgrund der Trockenheit von Steppenpflanzen und Kiefernwäldern besiedelt wurde.

querschnitt
…so, fertig ist das Ried.

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