Sicheldünen und Parabeldünen

Dünen in ihrer ursprünglichen Form gibt es in Griesheim eigentlich nicht mehr. Die in den „Griesheimer Dünen“ sichtbaren Erhebungen sind eher durch die jahrelangen Granateinschläge während der Nutzung des Bereiches als militärischer Schießplatz geformt worden. Der Mensch hat die Natur auch durch Bebauung oder die Landwirtschaft stark verändert, aber auch die Natur selbst hat die Dünen nicht in ihrer ursprünglichen Form belassen. Aber wie war sie denn, die ursprüngliche Form?

Wie wir im Artikel „Wo kommt eigentlich der Sand her?“ gelesen haben, wurde der Sand der Dünen in der Griesheimer Gemarkung durch den Wind hergebracht. Da liegt natürlich auf der Hand, daß der Wind den Dünen auch in Form gebracht hat …da war doch mal was mit Sicheldünen?

Sicheldüne
Sicheldüne

Sicheldünen sind die Standarddünenform in Wüsten. Im Grundriß wie ein Croissant geformt, zeigen die beiden Spitzen vom Wind weg. Das ist auch klar: Der Wind bläst gegen den mittleren hohen Teil der Düne und das Material wird dann vom Wind zur Seite weg genommen und in der Windrichtung wieder abgesetzt. Die Düne wandert so in Richtung ihrer beiden Arme. Schöne Bilder (und eine etwas wissenschaftlichere Erklärung) finden Sie hier.

Ganz spannend ist jetzt aber, daß die Dünen bei uns im bewachsenen Binnenland genau spiegelverkehrt wie die Sicheldünen funktionieren. Hier zeigen die Arme in Wind. Aber wie kommt das?

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Parabeldüne

Des Rätsels Lösung sind die Pflanzen. Der niedrige Teil der Düne ist tendenziell etwas feuchter als der Rest, hier können Wildkräuter schneller Fuß fassen. Dieses Fuß fassen“ bedeutet, daß dieser Teil der Düne durchwurzelt wird. Er kann dadurch der Winderosion widerstehen. Also ist es hier nur der mittlere Teil der Düne der wandert, während die Arme „liegenbleiben“ und immer länger werden.

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Düne bei Griesheim

Eine solche „Parabeldüne“, wie diese Dünenform genannt wird, hat sich übrigens doch in Griesheim erhalten. Zwischen dem „Nordkreisel“ und dem Gehaborner Hof liegt sie. Eine Armspitze ist von Griesheim noch sichtbar, es ist der ehemalige Schindanger. Die Düne setzte sich dann nach Osten fort, ist heute aber von der A67 durchschnitten und ist erst im Wald wieder sichtbar. Sichtbar heißt aber in diesem Fall genau hinschauen! Die Düne ist heute nur 1-3 Meter höher als die Umgebung.

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