Zwei Landschaften – Zwei Ausflugstipps

In den Griesheimer Dünen
In den Griesheimer Dünen

Die Gemarkung von Griesheim gehört zu zwei Landschaften. Glauben Sie nicht? Ist aber so, auch wenn es tatsächlich nur sehr schwer zu erkennen ist, weil sie sich erst einmal optisch nicht so stark unterscheiden wie Berg und Tal.

Ried bei Goddelau
Ried bei Goddelau

Westlich liegt das Ried.  Es bezeichnet die teils ehemaligen und teils noch tatsächlichen Feuchtgebiete entlang des Rheines und des ehemaligen Neckarlaufes.

Östlich liegt ein Sand- oder Dünenland. Die Grenze der beiden Landschaften verläuft entlang einer Trennlinie von Nord nach Süd, die in etwa von der heutigen Pfützenstraße und der Oberndorferstraße markiert wird, bzw. etwas westlich davon liegt. Heute wurde diese Grenze durch den Menschen verwischt. Die Dünen im Osten wurden größtenteils beseitigt und in der westlichen Gemarkung zur Bodenauflockerung eingebaut. Außerdem wurden im Osten durch Bewässerungsmaßnahmen die Felder für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Im Westen dagegen hat man durch Entwässerungsmaßnahmen die Gemarkung trockener gemacht.

Wenn man noch einen Eindruck von dem bekommen will, wie die Landschaft in Griesheim ursprünglich war, dann sollte man zwei kleine Wanderungen unternehmen:

Um die Dünenlandschaft zu sehen, muß man die Pfungstädter Straße nach Süden aus der Stadt heraus gehen. Hat man die Grillhütte Süd schon eine

Pfungstädter Straße in den "Griesheimer Dünen"
Pfungstädter Straße in den „Griesheimer Dünen“, im Hintergrund eine 2015 künstlich hergestellte Düne.

Weile hinter sich gelassen, dann tauchen links und rechts des Weges die „Griesheimer Dünen“ auf, auch wenn man sich hier offiziell auf der Darmstädter Gemarkung befindet (bis 1937 war es aber Griesheim). Zwar ist kaum eine der Dünen tatsächlich naturbelassen, trotzdem zeigt der ganz andersartige Bewuchs des Gebietes an einigen Stellen, aber auch der Kiefernwald etwas Ursprünglichkeit.

Um das Ried, wie es sich in Griesheim dargestellt hat, kennenzulernen, sollte man mit dem Fahrrad die Rückgasse nach Westen fahren, bis über den Modellflugplatz hinaus zum Burghof. Gut – man ist dann auf Wolfskehler Gebiet, aber da wollen wir heute nicht so streng sein. Hier

Weg quer durch das alte Neckarbett beim Burghof
Weg quer durch das alte Neckarbett beim Burghof

bietet sich nämlich der Blick in eine ehemalige Schlinge des Neckars, schauen Sie sich das bitte auch mal im Internet im Luftbild an. Da ist die Schlinge gut zu erkennen. Vor Ort stellen sich diese Gebiete entweder als bewaldete oder mit Schilf bewachsene Flächen dar. Die hohe Feuchtigkeit zeigt sich meist noch durch zahlreiche Pfützen. Wenn man einen der Wege quer durch das ehemalige Flussbett nutzt, kann man auch gut die tiefere Lage des Bettes erleben. Wer noch etwas Puste hat, kann übrigens noch ein bißchen weiter nach Goddelau fahren. Am nordöstlichen Ortsrand hinter dem Freibad wurde hier der ausgeschilderte „Goller Erlebnispfad Altes Neckarbett“ angelegt – Storchennest und Schnakenplage inklusive.

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