Verlassene Siedlungen

Griesheim liegt ungewöhnlich weit von seinen Nachbarorten entfernt. Dies hat auf der einen Seite landschaftliche Gründe: Die Sanddünenlandschaft östlich von Griesheim war für die Besiedlung unattraktiv und blieb deshalb relativ leer.

Zum anderen sind aber auch zahlreiche Siedlungen bei Griesheim im Laufe der Zeit verlassen worden.

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Gerade so verpasst

In Gegensatz zu den meisten seiner Nachbarorte ist Griesheim relativ spät erstmals schriftlich erwähnt worden. Weiterstadt tauchte 948 n. Chr. auf, Groß-Gerau 910 und Pfungstadt sogar schon 784. Darmstadt wird immerhin im 11. Jahrhundert erwähnt. Die älteste Urkunde, die Griesheim nennt, wurde dagegen erst im Jahr 1165 verfasst. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil archäologische Funde nahelegen, dass Griesheim schon seit dem 6. Jahrhundert besiedelt war und es nicht unwahrscheinlich ist, dass die damalige Siedlung schon „Griesheim“ geheißen haben könnte.

Und diese Siedlung lag im Jahr 1002 leider etwas zu weit östlich, südlich oder westlich, sonst wäre Griesheim vielleicht damals schon aus dem Dunkel der Geschichte aufgetaucht…

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Straßennamen in einer dunklen Zeit

Straßennamen geben immer einen Einblick in die Geschichte. Manche erinnern an längst vergessene Bauten, an bestimmte Ereignisse und natürlich an historische Personen.  Nicht immer sind die Namen glücklich gewählt, denn jeder Mensch hat seine guten und schlechten Seiten. Man sollte eine Straßenbenennung deshalb sicher nicht als Heiligsprechung interpretieren,  sondern als Einladung, sich mit der benannten Person einmal genauer zu beschäftigen. Das Namensschild wird damit gewissermaßen zu einem „Denkmal“ im wortwörtlichen Sinne. Aber auch diese Auffassung hat ihre Grenzen – aus wirklich guten Gründen sind die Straßenumbenennungen im sogenannten Dritten Reich nach dessen Zusammenbruch wieder rückgängig gemacht worden.

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Reformation in Griesheim

Der 31. Oktober ist der Reformationstag. Dabei wird daran erinnert, dass Martin Luther am 31.10.1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug. 2017 jährt sich dieses Ereignis zum fünfhundertsten Mal. In den Thesen wurde Kritik an der katholischen Kirche formuliert und Vorschläge zu deren Reformation, also zur Erneuerung, gemacht. Dieses Ziel wurde nicht erreicht, stattdessen begann ein Prozess, der letztendlich zur Spaltung der christlichen Kirche führte.

In Griesheim begann die Reformation nicht ganz vor 500 Jahren, sondern etwas später, genauer gesagt im Jahr 1529.

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Ökotopengrenzlage

Um Leser für einen Artikel zu interessieren braucht man einen spannenden Titel. Im vorliegenden Fall ist das nicht gelungen. Dabei stellte die Ökotopengrenzlage den entscheidenden Faktor bei der Entstehung einer Siedlung dar – so auch in Griesheim. Wenn auch vor ziemlich langer Zeit.

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Kirschberg, Hegelsberg, Chimborazo

Griesheim ist nicht flach. Griesheim ist geneigt. Immerhin beträgt der Höhenunterschied von der östlichen bis zur westlichen Stadtgrenze nahezu 24 Meter. Entlang der B26 ergibt sich also ein Gefälle von immerhin 0,5%. Und nur dort verläuft das Gefälle gleichmäßig, denn nördlich und südlich der Hauptstraße finden oder fanden sich einige Dünen, die sich nochmal auffällig über die direkte Umgebung erhoben. Die drei markantesten Dünen hatten im Laufe der Zeit sogar eigene Namen erhalten: der Kirschberg, der Hegelsberg und der Chimborazo. Keiner davon existiert heute noch.

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Renaissancebauten in Südhessen

„Das ist doch das Rathaus von Pfungstadt?“, kann man beim Anblick des Griesheimer Rathauses meinen und liegt damit gar nicht so falsch. Denn eine Ähnlichkeit zum Pfungstädter Rathaus ist durchaus vorhanden gewesen. Das liegt natürlich zum einen an der räumlichen und zeitlichen Nähe der beiden Bauten zueinander. Es liegt aber auch daran, dass zur Erbauungszeit um 1600 in Südhessen der Renaissancestil, bzw. eine Abwandlung davon, schwer in Mode war.

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Die Dünenfestung, Teil 2

Vor einigen Tagen hatte ich abends die Gelegenheit, einen kleinen Schlenker in die Griesheimer Dünen zu unternehmen. Einer der letzten Artikel handelte ja bereits von der dortigen Übungsfestung, von der laut Luftbild noch Reste erhalten sind. Vor Ort war ich überrascht, wie gut man die Anlage noch erkennen kann.

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Prinz Heinrich

oder: Das Ende der Unschuld der Fliegerei

Der prominenteste Absolvent von August Eulers Flugschule war Prinz Heinrich von Preußen. Den Modebewussten unter uns ist er als Namensgeber der nach ihm benannten Prinz-Heinrich-Mütze bekannt. Die Geschichtsinteressierten werden ihn eher als den jüngeren Bruder des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. kennen. Prinz Heinrich hielt sich allerdings aus der Politik heraus, was seinem Bruder auch gut zu Gesicht gestanden hätte. Leider teilte er aber mit Wilhelm die Begeisterung für das Militär: Er baute die deutsche Marine vor dem Ersten Weltkrieg mit auf, war Großadmiral und Kommandeur der Ostseeflotte. Auch erkannte er früh die Bedeutung der jungen Technik der Fliegerei für die künftige Kriegsführung. Der Aufenthalt Prinz Heinrichs in Eulers Flugschule markiert daher leider indirekt das Ende der Unschuld der Fliegerei.

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Deutschlands ältester: Der August-Euler-Flugplatz

Der August-Euler-Flugplatz im Südosten von Griesheim ist der älteste deutsche Flugplatz. Der Vertrag, der letztendlich den Flugbetrieb erlaubte, datiert auf den 30.1.1909.

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